Hochstrittige Eltern – Kinder im Kreuzfeuer

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Daten

Mittwoch 12.12.2018 09:15–17:15 Uhr
Donnerstag 13.12.2018 09:15–17:15 Uhr

Dozenten

Eia Asen, Prof. Dr. med.; Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Erwachsenenpsychiatrie und -psychotherapie, Systemischer Therapeut. Studium der Medizin in Berlin, seit 1973 in London psychiatrisch tätig. Bis 2013 Ärztlicher Direktor des Marlborough Family Service in London, und jetzt am Anna Freud National Centre for Children and Families tätig und Gastprofessor am University College London.

Justine van Lawick; Klinische Psychologin, Psychotherapeutin, Familientherapeutin und Trainerin der niederländischen Vereinigung für Beziehungs- und Familientherapie (NVRG), Mitbegründerin des Lorentzhuis.

Kurzbeschreibung

Wie kann man bei betroffenen Familien bessere Verständigung und Kommunikation erreichen? Wie kann man Kindern helfen, mit beiden Elternteilen eine gute Beziehung zu haben? Wie kann man das in der gezielten Arbeit mit Eltern, Kindern, der ganzen Familie, Jugendämtern, Gerichten, Schulen und psychologischen Diensten erreichen?

In diesem praxis-orientierten 2-tägigen Workshop wird innovative systemische Arbeit mit Eltern, Kindern und dem weiteren Netzwerk vorgestellt. Viele dieser Kinder – und auch nicht selten ihre Eltern – sind Opfer von emotionaler und/oder häuslicher Gewalt, die viele Wurzeln haben mag. Bei solchen Gewaltphänomenen sind oft, über die Familien hinweg, wichtige Gemeinsamkeiten zu beobachten: Vor allem intensive Erregungszustände, die auf Bindungs- und daraus resultierende Beziehungsstörungen zurückzuführen sind, hemmen das reflektierende Mentalisieren temporär und führen dazu, dass das betroffene Familienmitglied sozusagen «rot sieht» und unreflektierte Annahmen über die eigene Person und andere Menschen alle weiteren Handlungen beeinflussen.

Dieser Workshop bringt zwei Modelle zusammen: den Ansatz von Justine van Lawick, ‚Kinder in der Klemme', der seit Jahren in den Niederlanden und auch zunehmend in Deutschland Fuss gefasst hat und den Ansatz der Mentalisierungs-Informierten Systemischen Therapie (MIST), die Eia Asen mitentwickelt hat. Die vorgestellten Arbeitsmodelle bestehen aus einer Mischung von Einzelarbeit mit jedem Elternteil, spezifischer Arbeit mit Kindern, Elternpaararbeit, Interventionen mit Familien und deren Netzwerken, Multifamilienarbeit, wie auch Arbeit mit dem professionellen ‚System'.

Anhand von vielen Videobeispielen und Rollenspielen wird gezeigt, wie man in verschiedenen Phasen mit diesen oft chronisch konfliktbehafteten Familien pragmatisch arbeiten kann – von der Schaffung der therapeutischen Allianz, über die Arbeit mit spezifischen und aktuellen Manifestationen von emotionaler Gewalt, bis zur Erstellung von Gutachten über die Elternfähigkeit für Jugendämter und Gerichte. Praktischen Übungen für diese Arbeit in verschiedenen Settings – mit Familien, Paaren und anderen ‚Systemen', einschließlich Individualarbeit und Multifamilientherapie – sollen Teilnehmenden helfen, Techniken auszuprobieren und über Anwendungsmöglichkeiten in ihren eigenen spezifischen Arbeitskontexten zu reflektieren.

Gruppengrösse: Maximal 40 Teilnehmende
Anmeldung bis: 9.11.2018
Kosten: CHF 680.–
Ort: Ausbildungsinstitut für systemische Therapie und Beratung Meilen, Stockerstrasse 45, 8002 Zürich
TeilnehmerInnen: TherapeutInnen, BeraterInnen, BehördenmitarbeiterInnen, AnwältInnen