Wie sich Bindungsstörungen auf Beziehungen auswirken – und wie sie in der systemischen Therapie bearbeitet werden können
Aufbaukurs

Bindung, Partnerschaft und transgenerationale Weitergabe

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Daten

Mittwoch 21.6.2017 09:15–17:15 Uhr
Donnerstag 22.6.2017 09:15–17:15 Uhr

Dozentin

Kirsten von Sydow, Prof. Dr. phil., Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin & Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Hamburg & Psychologische Hochschule Berlin (PHB)

Kurzbeschreibung

Bindungstheorie und Systemische Therapie mit der Grundlage der Familiensystemtheorie fokussieren beide auf zwischenmenschliche, besonders Familienbeziehungen. Beide Theorien beschäftigen sich sowohl mit «normalen» Entwicklungsprozessen, als auch mit der Entstehung klinischer Störungen und wurden etwa zur gleichen historischen Zeit entwickelt. Obwohl Bowlby, der Begründer der Bindungstheorie, bereits 1949 einen der ersten Artikel über Familientherapie publizierte, wurden beide Theorien über Dekaden hinweg nicht miteinander in Verbindung gebracht. Inzwischen aber existieren evidenzbasierte integrative Ansätze wie die «Emotionsfokussierte Paartherapie» oder die «Bindungsorientierte Familientherapie». Doch im deutschen Sprachraum sehen manche Systemiker die Bindungstheorie eher mit Skepsis.

Der Kurs richtet sich an Teilnehmer/innen, die bereits mit den Grundzügen der Bindungstheorie und Bindungforschung vertraut sind und vertieft zwei Aspekte:
Zum einen wird ein Überblick über die Forschung zu Partnerschaft, Sexualität und Bindung gegeben und ein systemisch-bindungstheoretischer Paartherapieansatz mit nachgewiesen hoher Wirksamkeit vorgestellt: Die «Emotion Focused Couple Therapy (EFT)» (Johnson, ...).
Zum anderen wird im Rahmen der Mehrgenerationsperspektive die Forschung zur (unabsichtlichen) Weitergabe (Transmission) von Bindungsstörungen von der Eltern- an die Kindergeneration behandelt und anhand von klinischen Fallbeispielen besprochen.

Das Seminar findet im Wechsel von Vortrag, Gruppendiskussionen, Fallbesprechungen, Rollenspielen und Selbsterfahrungsübungen statt.
Das Angebot richtet sich an interessierte Therapeutinnen/Therapeuten und Berater/innen mit Grundkenntnissen in Bindungstheorie und –forschung, Bereitschaft zu ein wenig Selbsterfahrung, dazu, eigene Fälle einzubringen und Freude daran, unterschiedliche Sichtweisen zu diskutieren.

Literatur

  • Sydow, K. v. (2015). Systemische Therapie (In der Reihe «Wege der Psychotherapie»). München: Ernst Reinhardt Verlag. ISBN 973-3-497-02508-4 (Print); ISBN 978-3-497-60219-9 (E-Book).
  • Sydow, K. v. (im Druck a). Bindung und Partnerbeziehung. In B. Strauß & H. Schauenburg, Bindung in Psychologie und Medizin: Grundlagen, Klinik und Forschung – Ein Handbuch. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Sydow, K. v. (im Druck b). Bindungstheorie, Familientherapie und systemische Therapie. In B. Strauß & H. Schauenburg, Bindung in Psychologie und Medizin: Grundlagen, Klinik und Forschung – Ein Handbuch. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Sydow, K. v. & Seiferth, A. (2015). Sexualität in Paarbeziehungen (In der Reihe: «Praxis der Paar- und Familientherapie»). Göttingen: Hogrefe Verlag. ISBN 978-3-8017-1644-8

Vorausgesetzte Literatur für die direkte Zulassung zum Aufbaukurs:

Falls Sie den Grundkurs "Bindungsstörungen" nicht besucht haben, gilt die folgende Literatur als Voraussetzung für die Zulassung zum Aufbaukurs.

  • Brisch, K.-H. (2017). Bindungsstörungen: Von der Bindungstheorie zur Therapie (14. Aufl.). Stuttgart: Klett-Cotta.
  • Teil 1: Die Bindungstheorie und ihre Konzepte
  • Teil 2: Bindungsstörungen
  • Teil 3: Bindungsbasierte Psychotherapie
  • Sydow, K. v. (im Druck a). Bindung und Partnerbeziehung. In B. Strauß & H. Schauenburg, Bindung in Psychologie und Medizin: Grundlagen, Klinik und Forschung – Ein Handbuch. Stuttgart: Kohlhammer.
Gruppengrösse: 24
Anmeldung bis: 31.5.2017
Kosten: CHF 480.–
Ort: Wird noch bekannt gegeben
TeilnehmerInnen: Therapeutisch/beraterisch Tätige aus vielfältigen Kontexten