Hochstrittige Eltern - Kinder im Kreuzfeuer

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Daten

Donnerstag 19.03.2020 09:15–17:15 Uhr
Freitag 20.03.2020 09:15–17:15 Uhr

Dozenten

Eia Asen, Prof. Dr. med.; Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Erwachsenenpsychiatrie und -psychotherapie, Systemischer Therapeut. Studium der Medizin in Berlin, seit 1973 in London psychiatrisch tätig. Bis 2013 Ärztlicher Direktor des Marlborough Family Service in London, und jetzt am Anna Freud National Centre for Children and Families tätig und Gastprofessor am University College London.

Justine van Lawick; Klinische Psychologin, Psychotherapeutin, Familientherapeutin und Trainerin der niederländischen Vereinigung für Beziehungs- und Familientherapie (NVRG), Mitbegründerin des Lorentzhuis.

Kurzbeschreibung

Wie kann man bessere Kontaktaufnahme, Verständigung und Kommunikation bei diesen Familien erreichen? Wie kann man Kindern helfen, mit beiden Elternteilen gute Beziehungen zu haben? Wie kann man das erreichen in der gezielten Arbeit mit Eltern, Kindern, der ganzen Familie, sozialem Netzwerk, Jugendämtern, Gerichten, Schulen und psychologischen Diensten?

In diesem praxis-orientierten 2-tägigen Workshop wird innovative systemische Arbeit mit Eltern, Kindern und dem weiteren Netzwerk vorgestellt. Viele dieser Kinder – und auch nicht selten ihre Eltern – sind Opfer von emotionaler und/oder häuslicher Gewalt, die viele Wurzeln haben mag. Bei solchen Gewaltphänomenen sind oft, über die Familien hinweg, wichtige Gemeinsamkeiten zu beobachten: Vor allem intensive Erregungszustände, die auf Bindungs- und daraus resultierende Beziehungsstörungen zurückzuführen sind, hemmen das reflektierende Mentalisieren temporär und führen dazu, dass das betroffene Familienmitglied sozusagen «rot sieht» und unreflektierte Annahmen über die eigene Person und andere Menschen alle weiteren Handlungen beeinflussen.

Dieser Workshop bringt zwei Modelle zusammen:

  • Die Mentalisierungs-Inspirierte Systemischen Therapie (MIST), die Eia Asen mitentwickelt hat.
  • Den Ansatz von Justine van Lawick, ‚Kinder aus der Klemme', den sie zusammen mit Margreet Visser entwickelt hat. Das Model ist seit Jahren in den Niederlanden und auch zunehmend in Deutschland und andere Länder in Europa bekannt und wird entsprechend angewandt.

Die vorgestellten Arbeitsmodelle bestehen aus einer Mischung von Einzelarbeit mit jedem Elternteil, spezifischer Arbeit mit Kindern, Elternpaararbeit, Interventionen mit Familien und deren Netzwerken, Multifamilienarbeit, wie auch Arbeit mit dem professionellen ‚System'.

Anhand von vielen Videobeispielen und Rollenspielen wird gezeigt, wie man in verschiedenen Phasen mit diesen oft chronisch konfliktbehafteten Familien pragmatisch arbeiten kann - von der Schaffung der therapeutischen Allianz, über die Arbeit mit spezifischen und aktuellen Manifestationen von emotionaler Gewalt, bis zur Erstellung von Gutachten über die Elternfähigkeit für Jugendämter und Gerichte.

Am ersten Tag, steht das Modell von Eia Asen im Mittelpunkt und Justine van Lawick wird die Arbeit von Eia reflektieren. Am zweiten Tag stellt Justine van Lawick ihre Ideen und Arbeitsweise vor und Eia Asen wird darüber reflektieren.

An beiden Tagen ist ausreichend Zeit für Dialoge mit den Teilnehmern und für praktische Übungen eingeplant.

Anmeldung bis: 14.2.2020
Kosten: CHF 680.-
Ort: Ausbildungsinstitut für systemische Therapie und Beratung, Stockerstrasse 45, 8002 Zürich
TeilnehmerInnen: Therapeutisch/beraterisch Tätige aus vielfältigen Kontexten