Kreatives Arbeiten mit Geschichten in der systemischen Therapie

Kreatives Arbeiten mit Geschichten

Dieser Workshop gehört zum Vertiefungskurs 2019–2020 in systemischer Psychotherapie und steht weiteren Interessierten offen.

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Daten

Mittwoch 25.11.2020 09:15–17:15 Uhr
Donnerstag 26.11.2020 09:15–17:15 Uhr

Dozent

Alexandre Krittko, Dipl. Sozialarbeiter; Systemischer Lehrthrapeut und Lehrsupervisor, Dozent für Psychotraumatologie, Buchautor

Kurzbeschreibung

Menschen, die Traumata erlitten haben, erleben Körperreaktionen und Emotionen, die sie empfinden lassen, als passiere das Trauma immer wieder. In der Arbeit mit traumatisierten Kindern (und ihren Familien) hat sich daher gezeigt, dass ausschliesslich kognitiv orientierte therapeutische Arbeit schnell an Grenzen stösst. Dem Gegenüber sind Interventionen hilfreich, die über Zeichnungen mit den Bildern sowohl Emotionen als auch Körperreaktionen einschliessen. Eine weitere erlebnisorientierte Vorgehensweise, vor allem bei Kindern, ist die Trauma-Erzählgeschichte. Wie bei einem Märchen beinhalten diese Geschichten Erzählungen über dramatische Ereignisse und Emotionen und andere Elemente, mit denen sich das Kind indentifizieren und auf diese Weise eigene Reaktionen einornden kann. Das Erlebte kann Vergangenheit werden.

Lerninhalte
  • Die Verarbeitung von Traumata
  • Akute neurobiologische Reaktionen und chronische Folgen
  • Unterschiedliche Trajektorien bei der Traum-Verarbeitung
  • Das erstarrte Mobile als systemisches Trauma-Modell
  • Das BASK-Modell und seine Anwendung
  • Begrenzung der vorgestellten Interventionen auf Traumata von aussen im Vergleich zu innerfamiliären Traumata
  • Demonstration der Arbeit mit Zeichnungen aller Familienmitglieder in der Phase der Stabilisierung und in der Phase der Trauma-Exposition
  • Neurobiologische Ansätze bei der Erklärung von Wirksamkeit
  • Anwendung dieses erlebnisorientierten Modells an Beispielen kurze Zeit nach einem Trauma und nach mehreren Jahren
  • Grundzüge der Trauma-Erzählgeschichte
  • Demonstration der Trauma-Erzählgeschichte anhand von zwei Videos
  • Erprobung der vorgestellten Methoden
  • Nutzung von körperorientierten Methoden
Lernziele
  • Kenntnisse über die Grundzüge der Arbeit mit traumatisierten Familien und Kindern
  • Erste Erfahrungen in der Anwendung des BASK-Modells
  • Erste Erfahrungen in der Arbeit mit Zeichnungen als stabilisierende und als Trauma-Integrations-Intervention
  • Erste Erfahrungen in der Anwendung der Traum-Erzählgeschichten in der Arbeit mit Kindern
Literatur
  • Korittko A. (2016): Posttraumatische Belastung bei Kindern und Jugendlichen. Heidelberg, Carl-Auer
  • Korittko A. (2019): Traumafolgen in der Erziehungsberatung. Weinheim, Basel, Beltz Juventa
  • Korittko A. & Pleyer K.H. (2010): Traumatischer Stress in der Familie. Systemtherapuetische Lösungswege. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht
  • Lovett J. (2000): Kleine Wunder. Heilung von Kindheitstraumata. Paderborn, Junfermann
  • Haines S. (2016): Trauma ist zeimlich strange. Heidelberg, Carl Auer
  • Krüger A. (2013): Powerbook. Erste Hilfe für die Seele. Trauma-Selbsthilfe für junge Menschen. Hamburg, Elbe & Krüger Verlag
  • van der Kolk B. (2015): Verkörperter Schrecken. Traumaspuren in Gehirn, Geist und Körper und wie man sie heilen kann. Lichtenau, Probst Verlag
  • Jegodtka R. & Luitjens P. (2018): Kim, Tim-Tiger und das gefährliche Etwas. Eine Mutmach-Geschichte für traumatisierte Kinder
  • Pal-Handl K., Lackner R. & Lueger-Schuster B: (2004): Wie Pippa wieder lachen lernte. Ein Bilderbuch für Kinder. Wien, New York, Springer
  • Weinberg D. (2015): Verletzte Kinderseele. Was Eltern traumatisierter Kinder wissen müssen und wie sie richtig reagieren. Stuttgart, Klett-Cotta
Gruppengrösse: 24
Anmeldung bis: 7.11.2020
Kosten: CHF 520.–
Ort: Ausbildungsinstitut für systemische Therapie und Beratung Meilen, Stockerstrasse 45, 8002 Zürich
TeilnehmerInnen: Therapeutisch/beraterisch Tätige aus vielfältigen Kontexten