Neurobiologie der Bindung: Entwicklung der Beziehungsfähigkeit von der Kindheit bis zum Erwachsenalter

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Daten

Montag 27.01.2020 09:15–17:15 Uhr
Dienstag 28.01.2020 09:15–17:15 Uhr

Dozenten

Georgia Ribes Zankl, Dipl.Psych.; Klinische Neuropsychologin (GNP), Systemische Therapeutin (SG), Traumatherapeutin (OSI)

Kurzbeschreibung

Unsere Gesellschaft verändert sich, technologische Entwicklungen greifen immer tiefer in unseren Alltag ein und verändern unsere Vorstellungen von Liebe und Familie. Zahlreiche Apps (z.B. Tinder) vermitteln uns die Illusion, ein von Anderen unabhängiges Leben wäre möglich und wünschenswert.

Allerdings kann sich das Gehirn nur sehr bedingt dem Entwicklungsrhythmus der Gesellschaft anpassen. Unsere tiefsten Bedürfnisse bleiben trotz High-tech die gleichen: Wir brauchen den Anderen, um uns zu Menschen zu entwickeln. Die Fähigkeit, Beziehungen einzugehen, ist die angeborene Potenzialität, die uns dabei hilft, Anschluss an andere Menschen zu finden. Ohne Beziehungen sind wir zu Einsamkeit verdammt und Einsamkeit ist nach wie vor unser grösster Feind.

Inhalt

Einführend wird ein Einblick in die neurobiologischen Grundlagen der Bindung vermittelt.
Vorgestellt wird der neuropsychologische Entwicklungsprozess jener kognitiven Funktionen, welche die Grundlage der Beziehungsfähigkeit bilden.

Leitende Fragen sind dabei u.a.: Warum schaffen es einige Menschen nicht, die egozentrische Perspektive zu verlassen? Wird diese Unfähigkeit womöglich durch technologische Entwicklungen verstärkt? Wie entsteht Mitgefühl? Welche Rolle spielt die Sprache in Bezug auf Bindung? Können reale Beziehungen durch virtuelle ersetzt werden?

Um Antworten auf diese (und andere) Fragen zu finden, werden wir uns intensiv mit einem Störungsbild befassen, dass paradigmatisch für eine Störung der Kommunikation und sozialen Interaktion steht: die Autismus-Spektrum-Störungen. Wir betrachten die ASS aus verschiedenen Perspektiven: aus der neurobiologischen, der soziologischen, der psychiatrischen, der anthropologischen und vor allem aus der subjektiven, der Erste-Person-Perspektive.

Anschliessend werden wir uns mit Therapiemöglichkeiten befassen: gibt es Grenzen in der neuronalen Plastizität und was bedeuten sie für uns als Beziehungstherapeuten?

Gruppengrösse: 24
Anmeldung bis: 27.12.2019
Kosten: CHF 520.–
Ort: Ausbildungsinstitut für systemische Therapie und Beratung Meilen, Stockerstrasse 45, 8002 Zürich
TeilnehmerInnen: Therapeutisch/beraterisch Tätige aus vielfältigen Kontexten